Ein Glas kann brechen

Denken wir darüber nach, wie wir den Dingen gegenüberstehen, so werden die meisten von uns feststellen, dass wir vieles als gegeben betrachten.

Was aber bedeutet gegeben? Es bedeutet für uns bereitet, ohne unser Beiwerk, bereit von uns genutzt zu werden. 

Eine zuverlässige Nutzung setzt nun aber voraus, dass die Dinge statisch, unveränderlich, also eine feste Größe in unserem Leben und unserem Alltag darstellen.

Was aber passiert mit uns, wenn eine Veränderung eintritt, die wir nicht in Betracht gezogen haben?


Anfang und Ende

Hat etwas begonnen, so wird es auch enden.

Dies gilt ebenso für den Status quo. Die Frage ist nur, wie lange es dauern wird.

Leben bedeutet Veränderung und das schließt alles ein. Sämtliche Ansprüche auf Funktionstüchtigkeit, Bequemlichkeit und Anpassungsverweigerung verlieren damit ihre Gültigkeit.

Im Hinterkopf zu behalten, dass ein Glas brechen kann, weil es seiner Natur entspricht, bewahrt uns vor genau diesen Ansprüchen. Denn die Bedeutung, die etwas für uns hat, sei es ein sentimentaler Wert oder eine liebgewonnene Gewohnheit, hat es eben nur für uns und entspricht nicht etwa dem Wesen der Sache.

Gewöhnen wir uns daran, mit der Veränderung zu leben, so hängt unser Herz nicht an den falschen Dingen. Vielmehr schult es unsere Dankbarkeit und befähigt uns zu erkennen, wenn etwas problemlos läuft.

Denn dieser Zustand ist eben nicht selbstverständlich und vor allem nicht unvergänglich.

Oftmals wissen wir den Anfang von etwas Schönem nicht zu schätzen und befassen uns länger mit seinem Ende, als wir sein Andauern genossen und gewürdigt haben.

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Dankbarkeit und Realitätsbewusstsein

Diese Haltung dient jedoch nicht nur der Dankbarkeit für etwas, das uns das Leben erleichtert und ein durch und durch positiver Umstand für uns ist.

Es ist vielmehr Ausdruck eines Realitätsbewusstseins, das Veränderung und Vergänglichkeit als entscheidenden Teil unseres Lebens anerkennt.

Auf diese Weise erlernen wir Gelassenheit, sofern sie nicht zu unseren Stärken gehörte, und orientieren uns am Machbaren, anstatt dem Unvermeidbaren hinterher zu trauern.

Zu unserer Einstellung tragen vielfältige Aspekte bei.

Erst indem wir uns bewusst machen, worauf wir Einfluss nehmen können und worauf nicht, lassen sich Veränderungen herbeiführen.

Die Möglichkeit, dass ein Glas bricht, lässt sich nicht umgehen. Verändern lässt sich hingegen unsere Einstellung dazu. Schließen wir das Unvermeidbare ein und akzeptieren es, so bekümmern wir uns nicht mit unnützen Dingen.

Haltet Ihr manchmal an Dingen fest, die sich zwangsläufig verändern werden?

Welcher Umgang hilft Euch, damit besser klar zu kommen?