Vertrauen: Riskant und doch erleichternd

Was zunächst als Widerspruch erscheinen mag, ist auf den zweiten Blick doch wahr: Vertrauen ist Gefühl und Handlung zugleich, wodurch seine Bedeutung eine große Spannweite aufweist. Vom unbehaglichen Gefühl, etwas Riskantes zu tun, hin zum Empfinden enormer Erleichterung kann Vertrauen strafen und belohnen.

Muss man eine Person, der man vertraut, auch wirklich kennen? Nicht unbedingt, zeigen psychologische Studien doch, dass viele Menschen bereit sind, völlig Fremden zu vertrauen - selbst bei finanziellen Entscheidungen. Dennoch hinterlässt das Vertrauen in eine uns bekannte, ja vertraute Person ein deutlich gefestigteres und befriedigenderes Gefühl.

Bestehen bleibt sein ambivalenter Charakter und dieser hinterlässt das bittersüße Bewusstsein: Was wäre, wenn mein Vertrauen, um das ich gar nicht gebeten wurde, missbraucht würde? Der Paranoide sagt sich, "Vertraue niemals irgendwem!". Aber sein Blick auf die Welt ist nicht der eines gesunden Individuums.

Als soziale Wesen streben wir nach Kontakt und Interaktion; wir möchten teilen. Wir suchen Erleichterung, wenn etwas zu schwer erscheint, um es alleine zu tragen. Somit ist Vertrauen eine Gabe und ein Geschenk.

Welch ein gutes Gefühl es hinterlässt, wenn der anfänglich erleichternde Akt zu vertrauen durch Unterstützung, Hilfe und der Versicherung belohnt wird, dass etwas tatsächlich vertraulich behandelt wird, können nur Menschen berichten, die fähig sind, zu vertrauen.

Damit mag es ein Merkmal des menschlichen Wesens sein, das Bedürfnis nach Vertrauen zu verspüren, indem wir es als Verbindung zu unserem Gegenüber wahrnehmen; als Gelegenheit, unsere Beziehung weiter zu stärken.

Das Bewusstsein für seinen ambivalenten Charakter vermag etwas der Unsicherheit zu nehmen. Denn es ist nicht ein Gefühl, das nur ich empfinde und daher ein Ausdruck meiner persönlichen menschlichen Beziehungen wäre. Vielmehr ist es ein Gefühl, das zu Vertrauen ebenso gehört wie seine positive Seite.

Ein Risiko auf sich zu nehmen kann eine große Belohnung nach sich ziehen.


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Trust: Could something be risky and unburdening?

It might seem a contradiction at once, but giving it a second thought, it is true. Trust is a feeling and an action at the same time. A fact, which broadens its meaning enormously; from risky to unburdening.

Do you really need to know a person whom you trust? Not necessarily, since psychological studies show that many people are willing to trust strangers, even if it comes to monetary decisions. But of course, our feeling will be much more solid and satisfying, if we know the person whom we trust.

Its ambivalent character will always leave us with a memo in the back of our mind: What if it was the wrong decision and our trust, we have not even been asked for in most cases, will be abused? 'Don't ever trust in anyone' says the paranoid, but his view on things is not the one of a healthy individual.

Since we are social creatures, we strive for interaction and sharing, seeking relief, where something seems unbearable for us alone. Here, trust is a gift - one to give and one to have.

How rewarding it feels, if the unburdening initial act is confirmed by support, help and the assurance that something is well kept in confidence - people who are able to trust can tell about it. 

Thus, it might be an attribute of most human beings to feel the need of trusting in someone, perceiving it as an act of connecting to him und to further strengthen our relationship.

Being aware of the ambivalent character of trust could take away some insecurity. It is not something only felt by myself and therefore a feature of my personal social relationships. It is rather an emotion that seems to belong to trust as much as its positive side.

Taking a risk could bring the most satisfying reward.


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