Ziel erreicht: Fühlst Du Dich jetzt gut?

Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn wir endlich ein Ziel erreicht haben, das für uns bereits unerreichbar schien. Je länger wir darauf warten mussten, desto unbegreiflicher erscheint das Bewusstsein, es erreicht zu haben.

Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre lang trugen wir den Gedanken mit uns herum, wie überaus glücklich und erleichtert wir sein müssten, wenn dieses Ziel endlich als erledigt gelten könnte. Dieses Gefühl der Freude sollte mindestens so lange anhalten, wie die schier unerträgliche Wartezeit, bis wir es erreichten.

Nun können wir endlich sagen, dass wir unser Ziel erreicht haben, aber wie fühlt es sich an?


Ziellinie-finish line

Nicht so gut wie erwartet?

Niemand wird das Gefühl der Erleichterung und des Glücks leugnen, ebenso wie die sich einstellende Ungläubigkeit genau in jenem Moment, wenn wir erfahren, dass sich das lange Warten und Mühen endlich ausgezahlt hat.

Dennoch stellt sich oft eine leichte Enttäuschung ein, da wir ein anderes, intensiveres Gefühl erwartet hatten. Um welche Art Ziel es sich handelt, ist dabei zweitrangig. Es kann eine neue Arbeitsstelle sein, eine erfolgreiche Gewichtsreduktion oder das Erlernen einer neuen Fähigkeit, die viel Arbeit und Mühe erforderte - kurzum alles, was nicht schnell und problemlos zu erreichen ist.

Zunächst sind wir vielleicht enttäuscht darüber, wie wenig Dankbarkeit wir letztlich empfinden.

Natürlich sind wir erleichtert und damit auch dankbar. Doch steht dies im rechten Verhältnis zu unserer Verzweiflung, die wir manches Mal empfanden, wenn das Ziel in unerreichbarer Entfernung schien?

Wir sollten uns die Frage stellen, wofür wir dankbar sein sollten. Wir haben viel Arbeit, Mühe und Geduld in unser Ziel gesteckt und es war damit kein Zufall, dass wir es schließlich erreichten, sondern das Ergebnis harter Arbeit und Geduld, die zuweilen unerträglich schien. Sehen wir die Angelegenheit aus diesem Winkel, so wird uns unsere empfundene Dankbarkeit nicht zu gering erscheinen.

Zeit für ein neues Ziel

Außerdem ist das Erreichen eines wichtigen Ziels nicht eine abgeschlossene Mission, die einfach abgehakt werden kann. Es ist vielmehr die Verpflichtung, das Erreichte zu nutzen und das Ziel weiter auszubauen.

Denn was wäre der Sinn, sich lange Zeit um etwas zu bemühen, um dann die Sache niederzulegen und sie nicht weiter zu verbessern? Genau dieses Bewusstsein verschiebt unseren Fokus von der Vergangenheit zur Gegenwart oder Zukunft. Für diese Sichtweise sollten wir dankbar sein, ist sie doch eine gesunde Reaktion auf das Erreichte.

Schließlich müssen wir mit dem Druck umgehen, den wir uns selbst auferlegt hatten.

Wird dieser plötzlich von uns genommen, sind wir in der Lage, uns in andere Richtungen zu orientieren. Daher wir die Spannung, die wir vorher lernten zu akzeptieren, sich nun auf andere Ziele und Erwartungen richten, die durchaus mit dem Erreichten verbunden sein sollten.

Es ist wohl das Wichtigste uns selbst zu beobachten, zu erkennen, wohin die Spannung gegangen ist, wie wir reagieren und dass es gute Gründe dafür gibt.

Die Dankbarkeit ist nicht verloren; sie breitet sich aus und lässt Raum für Neues.

 

Mission accomplished - How do you feel?

It is always a special moment - you have reached a goal, which seemed almost unachievable. The fact that it took you such a long time to finally get what you want makes it hard to believe. All the weeks, months or even years before you have constantly played with the thought in your mind how it would feel to ultimately tick off that box. Thinking about it you came up with undescribable joy and relief, guessing that this feeling will last for as long as you have been waiting for it; as it was so important to you to achieve this goal. 

Finally you can say 'mission accomplished', but how do you feel?

Nobody would deny the feeling of joy and relief and also the very moment that you cannot believe you got it at last. This is even more true, the longer the waiting time has been.

However, what happens very often is to be a bit disappointed by your feeling, which is not exactly what you expected it to be. What kind of goal you have achieved is secondary. It might be a new job, a weight loss, finally having learned a new skill or anything else you have been trying very hard to reach.

First, you might be surprised by the lack of thankfulness you are feeling. Of course, you are relieved and thus thankful. But it might not feel enough compared to the level of despair you have felt sometimes before. Ask yourself the question, what you should be thankful for? You have tried hard and had to wait quite a long time. It was no coincidence that it eventually turned out that way - it was the result of hard work and patience (which seemed unbearable at times). Having that perspective the thankfulness you are feeling might feel just right.

Second, the achievement of an important goal is not really an accomplished mission, but rather the obligation to use and develop it further. What would be the sense of trying so hard and then resting and not making use of this great step? It is this awareness which shifts our focus from the past to the present/future. We should be thankful for the ability to realize it, it is a healthy way of reacting.

Finally, we have to deal with the amount of pressure we put on ourselves. If this is taken away from us all of a sudden, we are able to stretch into other directions. Therefore, the intense feeling we learned to accept before will now distribute to new expectations connected to our achievement, as well as to a new goal.

It might be the most important thing to observe ourselves and to try to understand where the pressure has gone, how we react and that there are good reasons why. 

The thankfulness is not gone, but it is spreading and making room for new things.


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