Mein Potential? Noch längst nicht erreicht!

Wir halten ein neues Gerät in den Händen und sind erstaunt: Was das alles kann! Doch obwohl es mit einer umfangreichen Bedienungsanleitung kommt - wer wirft schon einen Blick hinein? Viel zu lästig, unübersichtlich und zeitaufwendig erscheint es uns, die Erklärungen zu wälzen.

Außerdem erklären sich die meisten Funktionen von selbst und es ist schließlich nicht das erste Mal, dass wir eine Fotokamera benutzen.

Ähnlich sieht es mit Apps für das Smartphone aus. Die Basisfunktionen nutzen wir und kennen sie seit Beginn. Es ist doch gerade der Vorteil von Apps, dass sie „intuitiv“ zu bedienen sind und sind sie es nicht, so gilt das als Manko. Alles darüber hinaus brauchen wir nicht und erscheint uns überflüssig.

Wie aber sieht es aus, wenn wir diese Haltung auch auf unser eigenes Potential übertragen?

Die Lücke zwischen Realität und Potential

Zurück zu unserem neu erworbenen technischen Gerät, nehmen wir die Fotokamera.

Halten wir sie das erste Mal in unseren Händen, wollen wir sie auch direkt benutzen.

Da stört es bereits, wenn der Akku erst noch 2 Stunden aufgeladen werden muss, um sie betriebsfähig zu machen.

Als Nächstes vergleichen wir die neue Kamera mit unserer alten; mit der Absicht, Rückschlüsse auf ihre Funktion zu ziehen. Das ist die Realität.

Wir werfen möglicherweise einen kurzen Blick ins Handbuch, um Dinge aufzuschlüsseln, die sich nicht rein intuitiv klären lassen oder von unserem alten Modell in der Benennung abweichen.

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Doch damit vergeuden wir das volle Potential, das in unserer Kamera steckt. Mit den einfachsten Funktionen, automatischer Voreinstellung und den immer gleichen Abläufen erhalten wir auch die einfachsten und gewöhnlichsten Fotos. 

Es klafft eine Lücke zwischen dem Potential der Kamera und unserer Anwendungsrealität.

Was damit auf der Strecke bleibt, ist die Chance, aus durchschnittlich und gewöhnlich etwas Außergewöhnliches zu machen.

Wir haben die Aufwendung von etwas Zeit und Mühe für das Erlernen aller Möglichkeiten dafür geopfert, schnelle Ergebnisse zu erzielen. Genau betrachtet, haben wir damit das Geld vergeudet, als wir eine besondere Kamera kauften. Denn bei den überschaubaren Funktionen, die wir letztlich nutzen, hätte es ein ganz einfaches Exemplar auch getan.


Was für Geräte gilt, gilt ebenso für Apps oder Computerprogramme, bei deren Entwicklung - gerade der Einzelheiten - sich die Erfinder etwas gedacht haben.

Die Komplexität eröffnet immer die Möglichkeit der Vereinfachung und Beschleunigung von Abläufen. Zugleich aber auch die Gelegenheit, die Arbeit durch Nutzung aller Merkmale auf ein völlig anderes Qualitätsniveau zu heben.

Warum scheitern wir so oft daran, uns die Zeit zu nehmen, die Dinge richtig zu erlernen?

Entwicklung: Gelange vom Status quo zu Deinem vollen Potential

In der persönlichen Entwicklung gibt es große Parallelen.

Basisanwendungen je nach Ausbildung entsprechen dem Durchschnitt und sind damit in der großen Masse anzutreffen. Erst die Verfeinerung gemäß des eigenen Potentials hebt uns auf eine andere Stufe.

Das persönliche Potential zu erkennen ist zunächst der wichtigste Schritt.

Wo liegen meine Talente, aber auch Neigungen? Es ist praktisch unmöglich, in einem Bereich exzellent zu werden, den wir gar nicht mögen. Selbst ein wirklich talentierter Zeichner wird niemals herausragend sein, wenn er nicht gerne zeichnet und seine Zeit nicht dafür nutzt, sein Talent zu trainieren und auszubauen.

Ist der Bereich umfasst, in dem wir wachsen können und in dem es sich lohnt, Anstrengungen zu unternehmen, geht es um Zeit und Geduld.

Beharrlichkeit zahlt sich aus und wird mit jeder Übung und Wissenserweiterung den Anstieg zur nächsten Stufe vorantreiben.

Stellt Euch vor, Euer wahres Potential bleibt aus Bequemlichkeit ungenutzt – welch eine Vergeudung!

Und zwar nicht nur für Euch selbst, sondern auch für andere, die von Euch lernen können.

Die Einstellung stellt die Weichen

Es handelt sich dabei um eine grundsätzliche Einstellung.

Ebenso wie wir uns generell damit begnügen, den geringsten Aufwand in der Anwendung von Geräten zu betreiben, scheuen wir nicht selten das tiefe Eintauchen in jede andere Materie. Dabei können wir von anderen lernen, die diesen Weg bereits gegangen sind und uns ihr Wissen zur Verfügung stellen.

Denn wer hat sich noch nicht die Frage gestellt: „Warum habe ich das nicht schon längst gemacht?“ als er das letzte Mal eine hilfreiche Abkürzung bei einem Computerprogramm gezeigt bekam?

Genau! Vertane Zeit darauf zu warten, dass sich etwas durch einen Zufall von selbst ergibt.

Die einfache Frage „Was kann das Gerät, das Programm - was kann ich?“ ist der Schlüssel, die Lücke zwischen Realität und Potential zu schließen.

Ohne Entschlossenheit und Mühe geht es sicher nicht. Aber die Aussicht gänzlich anderer Möglichkeiten sollte es uns wert sein.

Nutzt Ihr sämtliche Funktionen eines Geräts oder beschränkt Ihr Euch auf das Grundsätzliche?

Schreibt mir Eure Erfahrungen in die Kommentare!