Die Zeit verändert uns - unbewusst und bewusst

„Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, denn andere Wasser strömen nach.“ Dieses Zitat, das in abgewandelter Form immer wieder anderen Menschen unserer Zeit zugeschrieben wird, stammt tatsächlich vom griechischen Philosophen Heraklit. Es ist damit etwa 2500 Jahre alt.

Doch was genau besagt diese Weisheit und warum ist sie heute noch genauso bedeutsam wie damals?

Es ist für uns schwer vorstellbar, dass wir heute schon nicht mehr derselbe Mensch sind, der wir gestern waren. Doch die Zeit arbeitet unaufhörlich – auch an uns. Neben den Veränderungen, die in unserem Körper vonstatten gehen, verändert sich auch unser Denken und unsere Wahrnehmung.

Dies kann bewusst geschehen. Sind wir auf Entwicklung, Lernen und Zukunft ausgerichtet, so nehmen wir Veränderung als Chance war.

Aber auch unbewusst verändern wir uns, indem wir Meinungen annehmen, die die Masse und Medien an uns herantragen. Doch auch unser engeres Umfeld von Familie, Freunden und Kollegen haben Einfluss und verändern uns, ohne dass wir es merken.


2 Wege der Veränderung unbewusst und bewusst

Betrachten wir zunächst die unbewusste Veränderung. 

Sie zu erfassen kann überhaupt nur mit Hilfe anderer gelingen, die uns spiegeln und sagen: „Du hast Dich verändert!“ Dabei ist es jedoch gar nicht klar, ob wir uns wirklich verändert haben oder in Wahrheit stehen geblieben sind. Vielleicht ist lediglich die Kluft zwischen uns und dem anderen größer geworden, weil sich der andere verändert hat?

Die unbewusste Veränderung ist selten etwas Gutes, denn es geschieht etwas mit uns, ohne dass wir es merken oder es kontrollieren könnten. Selbst wenn die Veränderung etwas Positives ist, stellt sich die Frage, warum wir es nicht merken? Wie kann etwas positiven Einfluss auf uns haben, das wir gar nicht erkennen, annehmen und uns zu eigen machen?

Zwar ist dies durchaus möglich; doch schöpfen wir in jenem Fall das volle Potential einer solchen positiven Veränderung nicht aus und sollten spätestens durch den Hinweis anderer aktiv werden und überlegen, wie sich die vorteilhafte Veränderung nicht nur annehmen, sondern nutzen und erweitern lässt.

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Oft aber stellt die unbewusste Veränderung eine unmerkliche Einflussnahme dar. Ohne zu überdenken, wie wir zu den Dingen stehen und warum, schleichen sich Denkmuster ein, von denen wir vielleicht gar nicht wissen, dass wir sie haben.

Die Bewusstmachung ist damit eine Art Inventur dessen, was wir eigentlich sind und wofür wir stehen.

Haben wir uns Ziele gesetzt und wollen wir etwas Konkretes erreichen, so ist es grundlegend, alles aufzudecken, was uns beeinflusst. Denn Vieles ist uns nicht dienlich, sondern steht unserem Fortkommen im Weg.


Die bewusste Veränderung hingegen hat einen ganz anderen Charakter. Sie entspringt unserer Motivation und Erkenntnis, dass wir auf dem Weg zum Ziel Anpassungen und Kurswechsel vornehmen müssen.

Unterstellen wir, dass das Leben stetige Veränderung bedeutet, so haben wir nicht bloß die Wahl, sondern auch die Pflicht, diese für unsere Entwicklung zu nutzen.

Wir entscheiden uns für passiv und unbewusst, einem Ergebnis, das uns am Ende womöglich nicht gefällt und schwer wieder zu korrigieren ist. Oder aber fällen die Entscheidung für aktive und bewusste Einflussnahme, die Ziele setzt und das Zepter sich nicht aus der Hand nehmen lässt.

Was aber bedeutet bewusste Veränderung? Es ist das Lernen, für das wir uns mit Bedacht entscheiden. Das Lernen von anderen oder durch Bücher kommt uns hierbei zuerst in den Sinn. Die Fähigkeit, Kritik annehmen zu können, zählt jedoch ebenso dazu. Gerade durch Kritik – sofern sie begründet ist – lernen wir uns selbst zu entwickeln und Probleme besser bewältigen zu können. 

Wirklich erfolgreiche Menschen haben immer ein offenes Ohr für begründete Kritik und bleiben lernfähig.

Entschlossenheit ist ein Schritt der bewussten Veränderung. Wir müssen für uns definieren, warum wir etwas verändern wollen. Wissen wir, welchen Sinn und welche Ziele wir damit verbinden, so fällt uns die Fokussierung nicht mehr schwer.

Schließlich hilft uns Beharrlichkeit, die Veränderung auch wirklich umzusetzen. Aufgeben führt bekanntlich nicht zum Erfolg und niemand würde behaupten, dass beständige Veränderung einfach wäre. Es gibt keinen bequemen Weg, wenn wir tatsächlich etwas erreichen wollen.

Der Veränderung können wir uns nicht entziehen, ob wir sie verleugnen oder nicht. Die Zeit dabei für uns zu nutzen ist jene Kunst, die Zukunft in etwas Wertvolles verwandelt. Doch auch unbewussten Veränderungen können wir nicht ausweichen. Sind wir jedoch bestrebt, sie sichtbar zu machen, haben wir die Möglichkeit, sie für uns zu verwandeln.

Erlebt Ihr die meisten Veränderungen, die mit Euch geschehen bewusst oder unbewusst? Seid Ihr manchmal überrascht, wenn Euch jemand sagt: “Du hast Dich verändert?” Ich bin gespannt auf Eure Kommentare!






SarahComment