Wie bewertet man das Notwendige?

Was ist notwendig zum Leben? Die Frage selbst ist so ungenau, dass sie nach Konkretion verlangt. In unserer westlichen Welt können die meisten Menschen den Aspekt des Überlebens dabei ausgrenzen. Somit scheint es um das seelische Gleichgewicht zu gehen; das, was uns ausgeglichen, zufrieden und  - wonach ein jeder strebt - glücklich macht.

Wenige  Fragen ergeben auf den ersten Blick ein größeres Spektrum an individuellen Antworten als diese. Auf den zweiten Blick jedoch werden ihre Antworten sich verblüffend ähneln - erst recht in unserer digitalen Welt, deren Medien vor allem dem Vergleich mit anderen dienen.

Doch ist man nicht schlecht beraten, wenn man andere Lebensentwürfe - die zudem oftmals einzig der Selbstdarstellung dienen - als das Maß der eigenen Bedürfnisse gelten lässt, anstatt nach innen zu schauen und zu ergründen, welche Bedürfnisse man selbst in seiner Eigenständigkeit hat? Handelt es sich um die unendlich erscheinende Welt des Konsums, so können wir uns vor Anregungen kaum retten. Doch so schön sowohl der ästhetische Aspekt ebenso wie der praktische Nutzen daran ist, bleibt die Frage, wann aus Anregungen ein selbstauferlegtes Diktat wird.

Genau diese Begebenheit machen sich Unternehmen zu Nutze, indem sie jeden Verbreitungskanal mit entsprechender Reichweite instrumentalisieren, um Bedarf zu schaffen, wo vorher kein Bedürfnis war.

Die Reduktion auf das Notwendige, die als gegenläufiger Trend unter dem Namen "Minimalismus" immer stärkere Verbreitung findet, verdeutlicht, dass Menschen, die an sich selbst genug haben, auch mit weniger auskommen. Die Bewusstmachung der eigenen Bedürfnisse, abseits aller vorgelebten Lebensstile, die den Überfluss propagieren, ist notwendig, um das Notwendige für sich bewerten zu können. Stößt man dabei auf eine nicht füllbare Leere, die mit Überfluss an materiellen Dinge kaschiert werden soll, so ist man auf sich selbst zurückgeworfen und schuldet sich zu begreifen, wie dem mit sinnstiftenden Dingen entgegenzuwirken ist.

Kennzeichen des Notwendigen ist, dass es wenig ist. Es stillt die Not und sorgt für die Erfüllung der alltäglichen Dinge und erleichtert diese. Alles darüber hinaus ist Luxus und sollte auch bewusst als dieser wahrgenommen werden. Seine Wertschätzung bedeutet Freude, jedoch eine Freude, die ihm keinen höheren Wert einräumt, als der, der ihm zusteht. Vor allem aber liegt der Maßstab dessen stets in uns selbst, niemals bei anderen.

How to evaluate the necessary?

What is necessary for life? The question itself is so imprecise that it requires some concretion. In our Western world most people can skip the aspect of surviving when considering that question. Thus, it seems to be about the psychological balance - what keeps us even-tempered, satisfied and - what most people seek for - happy.

Not many questions might offer a wider range of individual answers to it. However, at a second glance it might be startling how similar the answers finally are. Even more so, in our digital world whose media serve the main purpose of comparing ourselves to others.

But isn't it a bad advice to take others' lifestyles - which are very often designed to present an image to the public - as the measure of your own needs? Wouldn't it be wiser to take a look inside ourselves to learn about our very own needs arising from our individuality?

Taking a look at the endless possibilities of consumption we will never come to an end with stimuli and suggestions. No matter how nice the esthetic aspects as well as the practical use of these ideas might be, you have to ask yourself the question, when do suggestions turn into self-imposed dictates?

It is this circumstance which is exploited by companies to use every public channel of a certain reach in order to create demand where there hasn't been any need before.

Concentrating on the necessary - which is to be found as the opposing trend of 'minimalism' - shows that people who are satisfied with being themselves can get along with less. In order to be able to evaluate for yourself what is necessary, it is important to become conscious of your real needs beyond all the lifestyles presented showing abundance. Should we discover an emptiness inside ourselves which should be filled with consumption, we should take ourselves seriously enough to detect the origin of that emptiness and work on repairing it. This is what we owe our sanity - not the latest shopping hype.

A feature of the necessary is that it is little. The lack of distress and facilitation of the everyday life is what it should provide. Everything more is luxury and it should be perceived as such. Then it turns into joy, but a joy within the right balance. Most importantly, its measure should be within ourselves, not coming from others.

 

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