Der Vergleich - Mittel zur Angleichung oder Wertschätzung der Unterschiede?

In einer Welt voller Vorlagen, Vorbilder und Nachahmer lohnt ein kritischer Blick nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf das, was einem präsentiert wird. Überall sehe ich Menschen, die agieren und sich präsentieren. Viele auf der Suche nach Bewunderung und Anerkennung und damit Nachahmern; andere hingegen machen einfach nur, ohne sich dessen bewusst zu sein, wie viel Aufmerksamkeit ihnen geschenkt wird.

Jeder Mensch, den ich wahrnehme, gibt mir eine Form von Orientierung: Sei es, dass ich denke, hier bin ich weit überlegen oder dass ich beginne, an mir selbst zu zweifeln und den inneren Wunsch nach Veränderung lostrete. Eine Unzufriedenheit weitet sich aus, deren einfachste Lösung oftmals die Nachahmung zu sein scheint. Wenn ich so bin wie mein Vorbild, erfahre ich eine Aufwertung, werde anders und vor allem mehr wahrgenommen. Und dies kann so einfach sein, indem ich ein Verhalten kopiere oder mir das Statussymbol oder Konsumgut zulege, welches meinem Vorbild den besonderen Anstrich verleiht.

Doch ist es wirklich so einfach? Wie viel Auseinandersetzung bin ich mir selbst schuldig? Gewiss kann ich ein gelungenes Outfit anerkennen oder die Art wertschätzen, wie die betreffende Person sich präsentiert und mit Menschen umgeht. Doch was steckt dahinter? Niemand beginnt mit einer fertigen Grundausstattung; Persönlichkeiten - im Gegensatz zu Fassaden - sind gewachsen und spiegeln, wenn sie überzeugen, stets das Wesen des Individuums wider. An diesem Punkt bin ich zu einem scharfen Blick auf mich selbst angehalten, der keinesfalls nur abwerten, sondern auch wertschätzen sollte. Worin liegen meine Stärken, aber auch Schwächen, nicht bloß optisch, auch in meiner Persönlichkeit? Kann ich einfach gedankenlos etwas übernehmen oder mir antrainieren, nur weil es mir an jemand anderem gefällt? Wer bin ich, was passt zu mir? 

Gerade darin liegt ein enormer Wert; zu erkennen, was in mir bereits gewachsen ist und an welcher Stelle ich auf reine Kopien anderer verzichten sollte. Es ist eine tiefgehende Auseinandersetzung, die ich mir schuldig bin, wenn ich Wert auf mich lege. Dabei ist der Vergleich mit anderen wertvoll, aber eben nur ein Schritt. Er sollte mein Selbstbild schärfen und nicht ersetzen. Er darf nicht ablenken, sondern sollte den Blick auch immer zurück zu mir werfen. Denn es sind nicht vorwiegend Grenzen, die mir der Vergleich mit anderen aufzeigt; er offenbart mir, wer ich bin.

 

Comparison - means to adopt or to appreciate differences?

Living in a world full of defaults, role models and copycats it is worth to take a close look not only at yourself but at everything that is presented to us. Everywhere there are people acting and presenting themselves. Many are looking for admiration and approval and wanting people to imitate them, whereas some are just doing their thing while paying hardly any attention to others and who is actually watching them.

Every person I am watching offers some kind of orientation. This might arouse thoughts like 'I am superior here' or I could get doubts about myself and want something to change. The solution to my inner dissatisfaction seems so easy by simply copying others. Being like my role model should have the effect that others will perceive me differently and most importantly, recognize me more. All I need is the status symbol which gives my role model the special aura or I simply copy his or her behavior.

But is it really that easy? How much inner dispute do I owe myself? I certainly can admire a nice outfit or appreciate the way a person is dealing with other people. But what is its origin? Personalities - unlike fronts - are not born with a given equipment. They have grown and they always mirror, if convincing, the character of the individual.

At that point I should take a close look at myself, not only criticizing, but also appreciating. Where are my strengths and weaknesses, not just refering to my looks, but also to my personality? Can I really adopt thoughtlessly something or imitate a certain behavior because I like it on somebody else? Who am I and what fits my character?

There is an enormous worth in recognizing what has already grown in me and where to refrain from copying others. It is a deep inner dispute that I owe myself if I set a high value on who I am. Comparing yourself to others is valuable, but just one step in growing. It should sharpen your sense of self and not replace it. Comparison should not distract, but always reflect the view on myself. We should keep in mind that we don't get primarily limits by the comparison to others, it highlights who we are.

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