The forgotten word: Plunder

Je reicher der Wortschatz, desto präziser bin ich in der Lage, wirklich zu erfassen, was ich sagen möchte. Beschränkt sich mein Vokabular auf eine überschaubare Anzahl von Wörtern, die mir dienen sollen, völlig unterschiedliche Sachverhalte mitzuteilen, so gehen wichtige Nuancen verloren. Die Folge ist, dass meine Selbstmitteilung und damit mein eigener Ausdruck weit hinter dem zurückbleiben, was sie sein könnten.

In dieser Rubrik greife ich Wörter auf, die ihren ganz eigenen Charakter haben, jedoch immer mehr in Vergessenheit geraten. Die Auswahl entspringt meiner Wahrnehmung, doch wenn Ihr Euch fragt, wann Ihr dieses Wort das letzte Mal gehört habt - in einer Situation, in der es tatsächlich Verwendung fand -, so ist es vermutlich auch schon länger her.

Das Wort, um das es heute geht, ist der "Plunder". Vielleicht zählt es deshalb zu den vergessenen Wörtern, weil "Plunder" gemeinhin als überflüssig betrachtet wird. Doch ist es auch das Wort selbst?

Von dem Plunder-Teilchen in der Bäckerei einmal abgesehen, taucht das Wort vor allem in einem negativen Kontext auf. Es beschreibt "(alte), als wertlos oder unnütz betrachtete Gegenstände oder Sachen" (https://www.duden.de/rechtschreibung/Plunder).

Sofort fallen einem viele Synonyme ein, die genau diese Dinge beschreiben, die sich anhäufen, von denen man sich aber nicht trennen kann. Allerdings kommt die Bezeichnung "Plunder" meist den Stücken eines anderen zu. Wer würde schon die eigenen Habseligkeiten - und seien sie auch noch so speziell und eigentümlich - als Plunder bezeichnen?

Bei anderen hingegen fällt dies nicht schwer. Sie besitzen Klimbim, Schnickschnack, Tinnef oder gar Gerümpel, das ihre Wohnung unserer Meinung nach sehr gut entbehren könnte. Teilen wir sogar Wohnung oder Haus mit jemandem, der sich von seinem "Plunder" gar nicht trennen will, so verwenden wir den Begriff besonders gerne, um ihm den Abschied zu erleichtern.

Doch im Gegensatz zu Synonymen wie Gerümpel, Klumpatsch oder Zinnober hat der "Plunder" eine fast liebenswürdige Konnotation. Er ist nicht gar so abwertend oder umgangssprachlich wie andere Wörter, die letztlich Gleiches meinen. Zumal seine ursprüngliche Bedeutung aus dem Mittelniederdeutschen Hausrat oder Wäsche meint - durchaus notwendige und nützliche Dinge.

Die meisten von uns haben Plunder ohne ihn als solchen wahrzunehmen. Plunder erfordert den sentimentalen Blick der Erinnerung oder des Bedürfnisses nach Gemütlichkeit. Also sollten wir nicht nur den anderen ihren Plunder lassen, sondern auch das Wort als freundliche Bezeichnung für etwas wählen, das wir vielleicht gut entbehren könnten, das den anderen aber glücklich macht. 

 

Plunder = Deadwood, Gimcrack, junk

The richer our vocabulary, the more the variety we have to express our feelings. Always using a handful of words describing completely different states of being does not only make our language poor, but also our feelings.

Consequently, my self-message and my expression altogether will be far behind the level it could reach.

In this category I will introduce German words which are special in their meaning, but rarely used and slowly forgotten. Remembering them should add to our ability of thinking why a special word is the only one to use in that particular context: because no other will describe exactly how I am feeling and what I mean.

The word "Plunder" could be translated by deadwood, gimcrack or junk. It might be a forgotten word because Plunder is considered to be something you should get rid of. But should we get rid of the word itself?

Apart from a second meaning Plunder-Teilchen, which is a Danish sold in a bakery, its connotation is negative. According to the German Duden it describes things that are superfluous, unnecessary and rather old.

We have a lot of synonyms in mind describing exactly those things that are needless, but couldn't been thrown away for whatever reason. However, Plunder is something you would rather find in a friend's house than in your own. Who would call his own belongings junk - even if they are very peculiar and useless?

Calling others' stuff Plunder, on the other hand, is quite easy. We have a clear perception of what they should get rid of. If we want them to throw things away, we will call it Plunder to make it much easier for them to say good bye.

Nevertheless, the word Plunder has something sweet about it. It is not as negative as other German words describing real junk or trash. Moreover, its original meaning coming from Middle-Low-German is furniture or clothes - very useful and necessary.

Most of us will have Plunder, without perceiving it as such. It requires a sentimental view of memory or the need for coziness. That's why we should respect others' Plunder and use the word to describe things in a friendly way which we will never need but others enjoy.

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