Haushaltsbuch führen - Überblick über die Finanzen

Sprechen wir von guter Organisation, dann kommen die Finanzen oft zu kurz. Dabei bezieht sich eine durchdachte Organisation keineswegs nur auf Arbeit, Haushalt und Alltag. Was bringt uns eine sinnvolle Planung? Vor allem Zeit und damit verbundene Entspannung, doch auch Geld. Geld, das nicht nutzlos verschwendet wird.

Wie aber wollen wir die versteckten Kosten, die im schlimmsten Fall Schulden verursachen oder uns daran hindern, diese abzubauen, erkennen und stoppen?

Ein klarer Überblick über unsere Finanzen ist unerlässlich, wenn wir etwas ändern wollen. Der Plan zu sparen oder effektiv Schulden zu reduzieren setzt voraus, dass ich weiß, wohin das Geld wandert.

Indem wir wissen, welche Kosten unvermeidbar sind – und darunter fällt weniger als gedacht – und welche wir durchaus kürzen können, werden Mittel frei. Zusätzliches Geld, welches wir vorher nicht hatten und das direkt in den Spartopf oder in die Tilgung fließt.

Doch wie verschaffen wir uns einen ehrlichen Überblick?


Das Haushaltsbuch – wohin geht das Geld?

Vielen von uns ist der Klassiker vielleicht gar nicht mehr bekannt. Oder wir verbinden das Haushaltsbuch mit einer längst vergangenen Zeit, in der die Mittel knapp waren. Dabei handelt es sich um eine bewährte Möglichkeit, Einnahmen und Ausgaben täglich aufzulisten, um die Wege unseres Geldes zu verfolgen.

Ob nun eine traditionelle Kladde mit Einnahmen- und Ausgabenseite oder eine Tabellenkalkulation am PC, wichtig ist, keinen Geldstrom zu vergessen.

Es versteht sich von selbst, dass ein wirklicher Überblick Konsequenz und eine gewisse Mühe erfordert. Wer nur ab und zu einmal Notizen macht, betrügt sich selbst. Denn oftmals sind es gerade die kleinen, aber wiederkehrenden Ausgaben, die sich summieren und mit denen das Geld verschwindet.

Veränderungen erfordern immer ein Bekenntnis zur Disziplin – beim Führen eines Haushaltsbuchs die Disziplin der regelmäßigen und vollständigen Eintragung.

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Wie lange soll ich ein Haushaltsbuch führen?

Für einen wahren Überblick benötigen wir mindestens 90 Tage, besser noch ein halbes Jahr. Innerhalb dieser Zeitspanne können wir davon ausgehen, dass auch Kosten auftreten, die nicht täglich anfallen wie z. B. Reparaturen, Urlaube oder größere Anschaffungen.

Egal, wie lange wir unser Haushaltsbuch führen, sinnvoll ist es, die Kosten jeweils auf den Monat umzurechnen. Während eines Monats kehren die meisten Einnahmen und Ausgaben wieder. Außerdem ist es die Spanne, innerhalb derer wir kalkulieren müssen.

Schließlich wollen wir wissen, ob wir ein Minus oder einen Überschuss am Ende des Monats haben.



Welche Rubriken sollte das Haushaltsbuch aufweisen?

Die Aufteilung in Einnahmen und Ausgaben ist natürlich die Grundeinteilung eines jeden Haushaltsbuchs.

Um jedoch zu entdecken, wo wir mehr sparen können oder überhaupt Kosten vermeiden, teilen wir unsere Ausgaben in Sparten auf.

Hier gilt es, den Mittelweg zu finden: Zu wenige Rubriken vermitteln kein klares Bild, zu viele verschleiern es.

Eine zentrale Rubrik ist das Wohnen. Kosten, um die niemand herumkommt und die einen erheblichen Posten ausmachen. Neben der Miete oder der Abzahlung eines Darlehens zählen auch Reparaturkosten und Einrichtung dazu.

Auch die Sparte Lebenshaltung ist nicht gerade gering. Ernährung, Aufwendungen für Gesundheit, Pflege und Garderobe machen bei den meisten von uns einen erheblichen Anteil der Kosten aus.

Mobilität umfasst alles, das wir für unsere täglichen Reisen benötigen. Vom einmaligen Busticket über den Autokredit, Benzinkosten oder Steuer und Versicherung; alles was zur Aufrechterhaltung unserer Beweglichkeit anfällt, wird hier addiert.

Eine Spalte für Weiterbildung/Freizeit zeigt uns, wohin das Geld fließt, sobald wir Vereinsbeiträge leisten oder Bücher kaufen. Doch auch Spenden oder Aufwendungen für die Bildung der Kinder oder aber Beiträge für ihre Freizeitaktivitäten sind hier einzutragen.

Der Posten Kommunikation vereint unter sich regelmäßige Kosten wie GEZ-Gebühren, die Handyrechnung oder vielleicht das Netflix-Abonnement. Außerdem werden Internetgebühren oder der Kauf von Zeitschriften hier aufgelistet.

Kein Haushaltsbuch ohne die Sparte Finanzen: Kontoführungsgebühren oder Versicherungen, doch auch Sparpläne addieren sich hier.

Die Dinge, die uns Freude machen, finden sich unter Sozialleben/Genuss. Hier führen wir Restaurant- und Kinobesuche auf und auch kulturelle Unternehmungen und unseren Urlaub – vielleicht die Rubrik, innerhalb der es uns am schwersten fällt zu kürzen?

Zum Schluss brauchen wir noch Sonstiges, um all die Ausgaben erfassen zu können, die sich nirgendwo einordnen lassen. Manches darunter wird notwendig sein. Bei anderem stellt sich möglicherweise die Frage: „Wenn es keine der wichtigen Sparten betrifft, kann es künftig gestrichen werden?“


Nach einer Eingewöhnungsphase werden uns die Eintragungen bald nicht mehr schwer fallen. Das bewusste Niederschreiben all unserer Kosten dient bereits vor der Analyse der Bewusstmachung. So kann schon allein durch Registrieren der Ausgabe, falls sie vermeidbar war, diese vielleicht beim nächsten Mal eingespart werden.

Zur umfassenden Analyse der eigenen Finanzsituation ist das Haushaltsbuch ein mächtiges Werkzeug.


Habt Ihr Erfahrungen mit Haushaltsbüchern? Wenn ja, wie lange habt Ihr sie geführt und welche Erkenntnisse haben sie Euch gebracht?

Ohne Disziplin fällt auch die Führung eines Haushaltsbuches schwer. Hier erfahrt Ihr, wie Ihr Eure Disziplin stärkt: